Wie Tus helfen kann, Leben zu retten
Ja, so ungewöhnlich es klingt, scheint das tatsächlich der Fall zu sein! Vor einiger Zeit entdeckten wir auf tus.io, unserem offenen Protokoll für fortsetzbare Uploads, etwas wirklich Interessantes: In einem Kommentar erwähnte Jaroslaw Wasilewski, dass tus zur Unterstützung von Rettungseinsätzen der Feuerwehr eingesetzt wird. Das sind spannende Neuigkeiten!
Wir wollten die Welt zwar ein wenig besser machen, indem wir Uploads für alle zuverlässiger gestalten, doch damit hatten wir sicher nicht gerechnet. Wir wollten unbedingt mehr darüber erfahren. Daher luden wir Jaroslaw zu einer virtuellen Tasse Kaffee ein und baten ihn, uns etwas mehr über das von ihnen entwickelte System zu erzählen — und darüber, wie sie tus dafür einsetzen.

Könnten Sie uns etwas über Ihre Arbeit und die Art von Service erzählen, die Ihr Unternehmen Feuerwehren anbietet?
Natürlich! Mein Name ist Jaroslaw Wasilewski und ich arbeite als Entwickler für das IT-Unternehmen BIT S.A. mit Sitz im polnischen Bialystok. Wir entwickeln hauptsächlich maßgeschneiderte Software für staatliche Stellen und Kommunalverwaltungen. Unsere Feuerwehren nutzten bereits ein System, das Anfragen verarbeitet und an die geeigneten nächstgelegenen Einheiten weiterleitet. Abgesehen vom üblichen Funkverkehr gab es jedoch kein System, das die Kommunikation während Rettungseinsätzen unterstützen konnte — weder zwischen den Einheiten noch zwischen der Leitstelle und den Einsatzkräften vor Ort. Deshalb haben wir eine Reihe mobiler und webbasierter Anwendungen entwickelt. Damit lassen sich Nachrichten, Dokumente, Kartendaten, Bilder und Videos vom Einsatzort an den Einsatzleitstand senden und umgekehrt. Das System ermöglicht außerdem, sowohl den Standort als auch den Status von Fahrzeugen und Einsatzkräften genau zu überwachen und den Zustand von Opfern zu melden. Schließlich stellt es sogar logistische Services für lang andauernde Rettungseinsätze bereit, etwa bei Waldbränden oder anderen Naturkatastrophen. Das System wird derzeit von Feuerwehren in der Woiwodschaft Podlachien getestet.
Wie genau setzen Sie tus ein? Könnten Sie uns etwas darüber erzählen, wie es bei Feuerwehreinsätzen verwendet wird?
Tus wird verwendet, um Fotos, Videos und andere Dokumente aus der mobilen Anwendung als Anhänge der ausgetauschten Nachrichten an das Backend zu senden. So können die Einheiten vor Ort der Leitstelle eines Rettungseinsatzes sofort ein vollständiges und klares Bild der aktuellen Lage vermitteln. Schnelle und zuverlässige Datei-Uploads können in solchen Fällen helfen, Leben zu retten — und mit tus kann unser System genau das leisten.
„Schnelle und zuverlässige Datei-Uploads können in solchen Fällen helfen, Leben zu retten — und mit tus kann unser System genau das leisten.“
Eine zuverlässigere Informationsübertragung selbst bei sehr schlechten Netzbedingungen versetzt die Verantwortlichen für Rettungseinsätze in die Lage, bessere Entscheidungen zu treffen, wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen.
Wie sind Sie auf tus aufmerksam geworden, und warum haben Sie das Protokoll in Ihrem System implementiert?
Wir benötigten eine effektive Lösung zur Übertragung großer Datenmengen, etwa hochauflösender Fotos und langer Videos. Unser System sollte in einem GSM-Netz betrieben werden, häufig außerhalb von Städten und in Gebieten mit schwacher und instabiler Netzabdeckung. Daher musste die Lösung Dateien schrittweise hochladen und den aktuellen Upload-Status speichern können. Wir wollten FTP nicht verwenden, da es sich nur schwer in die REST API integrieren ließe und Teilübertragungen zudem sehr unzuverlässig sein können. Unser Subunternehmer, der die mobilen Komponenten des Systems entwickelt, machte uns auf tus aufmerksam. Er hatte tus zuvor zwar selbst noch nicht eingesetzt, doch nach weiterer Suche nach möglichen Lösungen und verschiedenen Tests zeigte sich schnell, dass tus alle unsere Anforderungen erfüllte. Entscheidend war für uns auch die Verfügbarkeit von Bibliotheken für die Plattformen Android und .NET. Darüber hinaus boten uns der tusd-Server und der JavaScript-Client eine hervorragende Referenzlösung für die Analyse des Protokolls. Dadurch konnten wir eine neue Implementierung des tus-Servers für PHP vorbereiten und parallel an der mobilen Anwendung arbeiten.
Gab es bei der Implementierung von tus Herausforderungen? Wenn ja, wie haben Sie diese bewältigt?
Das größte Problem war damals die fehlende Dokumentation für Version 1.0 von tus. Soweit ich mich erinnere, betraf die einzige verfügbare Dokumentation Version 0.2. Ein großer Teil unserer Arbeit musste daher auf Tests und der Analyse von HTTP-Nachrichten aus der Demoversion basieren. Dank der Verfügbarkeit des tusd-Servers konnte unser Subunternehmer jedoch alle Vorbereitungen abschließen, noch bevor ich mit meiner Arbeit fertig war. Das war eine große Hilfe. Als dann das tus-Protokoll 1.0 veröffentlicht wurde, konnte ich einige verbliebene Probleme beheben.
Welche Vorteile haben die Feuerwehren, mit denen Sie zusammenarbeiten, seit der Implementierung von tus festgestellt?
Nach mehreren Monaten intensiver Tests des Systems können wir sagen, dass die Dateiübertragung äußerst zuverlässig war — es wurde keine einzige beschädigte Datei gemeldet! Dafür gebührt tus unser großer Dank.
„Die Dateiübertragung war äußerst zuverlässig — es wurde keine einzige beschädigte Datei gemeldet! Dafür gebührt tus unser großer Dank.“
Dadurch verfügen die Feuerwehren, die dieses System derzeit testen, über ein wesentlich robusteres und zuverlässigeres Kommunikationssystem — und das kann in Notfällen zweifellos Leben retten.
Vielen Dank an Jaroslaw, dass er sich die Zeit genommen hat, unsere Fragen zu diesem faszinierenden Anwendungsfall von tus zu beantworten! Unsere wichtigste Motivation bei der Entwicklung von tus war der Wunsch, die Art und Weise zu verändern, wie weltweit Dateien hochgeladen werden. Sie können sich daher vorstellen, wie begeistert wir waren, als wir erfuhren, dass Rettungsdienste ihre Kommunikation bereits diesem Protokoll anvertrauen. Für uns ist das ein eindrucksvoller Beleg für seine Zuverlässigkeit.
Wir hoffen, dass diese Geschichte weitere Unternehmen und Entwickler dazu bewegt, tus auszuprobieren. Denn je mehr Menschen dieses Protokoll verwenden, desto schneller können wirklich zuverlässige, fortsetzbare Uploads für uns alle Realität werden. Wenn Sie mehr über diesen konkreten Einsatz von tus oder über das Protokoll allgemein erfahren möchten, können Sie uns gerne kontaktieren! Und wenn auch Sie tus für etwas Interessantes einsetzen, würden wir ebenfalls sehr gerne davon erfahren!
Dieser Artikel erschien zuerst auf tus.io.
