Was sind visuelle Artefakte?
Visuelle Artefakte sind unbeabsichtigte Verzerrungen, die bei Aufnahme, Verarbeitung, Kompression, Übertragung, Skalierung oder Anzeige entstehen. Beispiele sind Blockbildung, Banding, Ringing, Moskitorauschen, Tearing und Ruckeln durch ausgelassene Bilder.
Wie visuelle Artefakte entstehen
Artefakte haben charakteristische räumliche und zeitliche Merkmale, die helfen, ihren Ursprung in einer Medienkette zu lokalisieren. Blockgrenzen und Ringing deuten häufig auf Transformationskompression hin, Banding kann begrenzte Präzision oder aggressive Quantisierung offenlegen, und Tearing weist eher auf nicht synchronisierte Anzeigeaktualisierungen als auf beschädigte codierte Bilder hin. Die Qualitätskontrolle vergleicht Quelle, Zwischenergebnisse des Renderings, codierte Ausgaben, Übertragungsprotokolle und Anzeigen, damit nicht jeder Fehler als Bitratenproblem behandelt wird.
Wichtige Fakten
- Blockbildung entsteht, wenn die pro Block getroffenen Transformations- und Quantisierungsentscheidungen zu sprunghaften Fehlern an Blockgrenzen führen; benachbarte Blöcke müssen dabei nicht unabhängig voneinander codiert sein. Ringing erzeugt Säume an scharfen Kanten, und beide Fehler können sich bei grober Quantisierung verstärken.
- Banding macht aus einem glatten Verlauf sichtbare Stufen, weil zu wenige unterschiedliche Abstufungen die Aufnahme oder Verarbeitung überstehen; Dithering kann diese Stufen kaschieren, indem es sie gegen kontrolliertes Rauschen eintauscht.
- Screen-Tearing kann auftreten, wenn ein Bildschirm bei einer Bildaktualisierung Teile verschiedener Bilder darstellt. Eine höhere Encoder-Bitrate behebt diesen Synchronisationsfehler nicht.
Wann visuelle Artefakte relevant sind
Die Analyse von Artefakten hilft festzustellen, ob Encoder-Einstellungen, Schäden am Quellmaterial oder Verarbeitungsschritte die Videoqualität beeinträchtigt haben. Eine höhere Bitrate kann Kompressionsartefakte reduzieren, aber nicht jeden Aufnahme- oder Skalierungsfehler beheben.