Was ist Video im Zeilensprungverfahren?
Video im Zeilensprungverfahren besteht aus aufeinanderfolgenden Halbbildern, die abwechselnd ungerade und gerade Zeilen enthalten. Die Halbbilder werden üblicherweise zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen. Dadurch bieten sie die doppelte zeitliche Abtastung eines progressiven Videos mit gleicher Bildrate, enthalten aber halb so viele Zeilen wie ein progressives Video mit einer Bildrate, die der Halbbildrate entspricht.
So funktioniert Video im Zeilensprungverfahren
Jedes Halbbild repräsentiert einen anderen Abtastzeitpunkt. Bewegte Objekte befinden sich deshalb in den beiden Zeilensätzen eines nominellen Vollbildes nicht an identischen Positionen. Eine Pipeline mit Halbbildunterstützung verfolgt Abtastverfahren und Halbbildreihenfolge durch Aufnahme, Speicherung im Zwischenformat, Filterung, Skalierung und Ausgabe. Progressive Displays benötigen entweder zeitliche Interpolation oder ein gezieltes Verweben, wenn beide Halbbilder denselben Zeitpunkt beschreiben. Werden Halbbilder bei Transformationen wie gewöhnliche halbe Bilder behandelt, kann das Zeilenparität und Bewegungsrhythmus stören.
Wichtige Fakten
- Oberes Halbbild zuerst und unteres Halbbild zuerst beschreiben die zeitliche Reihenfolge, nicht nur die räumlich oberste Zeile. Eine falsche Angabe lässt Bewegungen ruckeln oder scheinbar auf und ab springen.
- Verweben erhält die volle vertikale Detailauflösung in statischen Bereichen, zeigt bei Bewegung aber Kammartefakte. Eine Verarbeitung nach dem Bob-Verfahren erhält dagegen Bewegungen mit Halbbildrate, erfordert dafür jedoch Interpolation.
- Ein Zuschnitt mit ungeradem vertikalem Versatz kann die Halbbildparität vertauschen. Werden Halbbilder dagegen wie ein einzelnes progressives Vollbild skaliert, zerstört das ihre Zeilenstruktur und zeitliche Struktur. Filter mit Halbbildunterstützung müssen sie deshalb gezielt verarbeiten oder deinterlacen.
Wann Video im Zeilensprungverfahren relevant ist
Rundfunkaufnahmen und älteres Filmmaterial müssen vor der Auslieferung an progressive Bildschirme möglicherweise deinterlaced werden. Eine ungeeignete Halbbildreihenfolge oder Deinterlacing-Methode kann Kammartefakte, Flimmern oder den Verlust von Bewegungsdetails verursachen.