Was ist H.266?
H.266, auch Versatile Video Coding oder VVC genannt, ist ein Videokompressionsstandard, den die ITU-T am 29. August 2020 verabschiedet hat. Er zielt auf höhere Effizienz bei herkömmlichen Videos, HDR-Videos, Videos mit 360 Grad Rundumsicht und hochauflösenden Videos ab.
So funktioniert H.266
VVC ist ein neuerer hybrider Videocodec, der für Material von gewöhnlichen Kameraaufnahmen bis hin zu immersiven und sehr hochauflösenden Darstellungen konzipiert wurde. Gegenüber HEVC erweitert er die Möglichkeiten für Partitionierung, Prädiktion, Transformation, Filterung und Anpassung und bietet Encodern damit einen wesentlich größeren Suchraum. Dieselbe Flexibilität kann den Implementierungsaufwand erhöhen und die breite Verfügbarkeit von Hardware verzögern. Ein Medienworkflow muss VVC deshalb als durchgängige Kette aus Encoding, Paketierung, Decodierung, Analyse und alternativer Auslieferung bewerten.
Wichtige Fakten
- H.266 und VVC bezeichnen denselben gemeinsam entwickelten Standard, der auch als MPEG-I Part 3 veröffentlicht wurde; ein Container oder Manifest muss dennoch die Codec-Konfiguration signalisieren, damit sich ein Decoder initialisieren kann.
- Sein Werkzeugsatz wurde für unterschiedliche Inhaltstypen entwickelt, darunter herkömmliche Videos, Bildschirminhalte, Inhalte mit hohem Dynamikumfang und immersive Formate, statt lediglich die Rasterauflösung zu erhöhen.
- Der praktische Einsatz hängt neben der Kompressionsleistung auch von der Verbreitung der Decoder und der Patentlizenzierung ab; ein gültiger VVC-Stream ist nicht automatisch in bestehenden Webclients abspielbar.
Wann H.266 relevant ist
Entwickler ziehen H.266 in Betracht, wenn niedrigere Bitraten bei der Auslieferung eine höhere Encoding-Komplexität rechtfertigen könnten. Der Einsatz hängt auch von verfügbaren Decodern, Geräteunterstützung, Lizenzierung und Verarbeitungsaufwand ab.